Nanette und Johannes aus Garten 35
Was mit abendlichen Runden während der Pandemie begann, wurde zur Keimzelle eines neuen Lebensabschnitts: Auf einer Bank an der Hainstraße wurde geträumt, gegrübelt – und schließlich gepachtet. Garten 35 ist heute das grüne Zuhause einer siebenköpfigen Familie, die zwischen Beruf, Kindern und Projekten gelernt hat: Ein Garten wächst nicht nur nach Plan – sondern mit Geduld, Humor und vielen Schnittpausen. Nanette und Johannes stellen sich und ihren Garten hier vor.
Am Anfang war die Bank, oben links am Eingang Hainstrasse. Auf unserer abendlichen Corona Runde saßen wir dort und sahen zu, wie die Bäume am Eckbusch grün wurden und ihr Laub wieder verloren. Irgendwann kamen wir dabei ins Gespräch: mit Jens und Bärbel zuerst, später mit Horst und Stanka.
Von der Bank zum eigenen Garten
Ein eigener Garten? Horsts Vorschlag fiel bei Nanette auf fruchtbaren Boden. Der elterliche Garten mit seinen Beeten und Rasenflächen, seiner Sträuchern und Bäumen war ihr nur zu präsent. Ich fügte mich in mein Schicksal.
Garten 35 also. Unsere Vorbesitzer Greta und Rudi hatten die 400 Quadratmeter über Jahrzehnte liebevoll gehegt und gepflegt, so dass wir im ersten Jahr oft einfach nur da saßen und überlegten, wie „unser“ Garten aussehen sollte. Mehr Obstbäume, eine Wildblumenwiese, eine Kräuterspirale, die Hütte streichen. Die Ideen wuchsen schnell, deren Umsetzung, das lernten wir rasch, braucht Zeit. Und Gelassenheit. Eine biblische Schneckenplage, ein undichtes Dach und schon wieder die 40 Meter Hecke schneiden. Immer wenn wir eines unserer Projekte endlich starten wollten, stand wieder etwas anderes an.
Zwischen Bürojob und Unkrautjäten
Als berufstätiges Paar mit fünf Kindern und ebenso vielen Hobbys ist die verfügbare Zeit zudem begrenzt.
Also tun wir unser Bestes: Wir hacken und rupfen, säen und schneiden, mähen und jäten – und genießen dabei jede Stunde in unserem Kleingarten. Die körperliche Arbeit ist eine willkommene Abwechslung zu unseren Bürojobs, mit den Menschen um uns herum können wir gärtnerisches Freud und Leid teilen und selbst unsere Projekte wachsen nach vier Jahren langsam heran.
Auf der Bank oben sitzen wir allerdings nicht mehr. Dafür haben wir jetzt eine eigene und wenn dann abends vor Sonnenuntergang die Krähen heimkehren, dann sind wir in unserem Garten zuhause.
Ihr wollt euch auch vorstellen?
Ihr seid neu im Kleingärtnerverein Hainstraße oder zählt bereits zu den „alten Hasen“? Unabhängig von eurer Mitgliedsdauer möchten wir euch gerne näher kennenlernen! Falls ihr Interesse an einem Portrait oder Interview habt, freuen wir uns auf eine Nachricht von euch an hirt.michael@web.de
