„Musik wird störend oft empfunden…
Wilhelm Busch
…weil stets sie mit Geräusch verbunden.“
Schon Wilhelm Busch wusste: Was für den einen Hochgenuss ist, ist für den anderen unerträglicher Krach. Auch bei uns im Kleingartenverein kommt es immer wieder zu Diskussionen rund ums Thema Lärm. Obwohl wir dieses Thema schon mehrfach aufgegriffen haben, fassen wir hier noch einmal die wichtigsten Punkte zusammen – weil ein bisschen Wiederholung manchmal Wunder wirkt.
Welche Arten von Lärm gibt es eigentlich?
In unserer Gartenanlage wird hauptsächlich über zwei Dinge geklagt:
- Laute Kinder während der Mittagsruhe
- Laute Feiern
Weniger Beschwerden erreichen uns über Bau- und Gartenlärm. Vielleicht, weil hier jeder weiß: Heute ich, morgen du. Irgendwann muss eben jeder mal sägen, schneiden oder hämmern. Leider ist dies bei Partys nicht der Fall und sehr abhängig von der Musikart. Aber das ist eher eine Vermutung.
Wann ist Lärm verboten?
Ganz klare Regeln:
- Mittagsruhe: 13 Uhr bis 15 Uhr
- Nachtruhe: 22 Uhr bis 6 Uhr (ab 20 Uhr kein „Gerätelärm“ mehr)
- Sonn- und Feiertage: ganztägig Ruhe
Ohne Ausnahme? Nicht ganz. Drei kleine Ausnahmen gibt es:
- Gemeinschaftsfeste (z. B. unser Sommerfest)
- Gemeinschaftsarbeit oder vergleichbare Einsätze
- Kinderlärm
Richtig gelesen: Kinderlärm ist grundsätzlich hinzunehmen (§22 BImSchG)! Bereits 1993 stellte der Bundesgerichtshof klar, dass das Spielen und Toben von Kindern als normale Freizeitgestaltung zu akzeptieren ist – und damit grundsätzlich nicht mit dem von Erwachsenen verursachten Lärm gleichzusetzen ist.
Wann ist Lärm erlaubt?
Außerhalb der Ruhezeiten müssen wir Lärm tolerieren – so will es das Recht und so will es auch das Miteinander. Trotzdem sollten wir auch dann gegenseitig Rücksicht üben, damit das Zusammenleben für alle angenehm bleibt. Dazu gehört der Rasenmäher ebenso wie die Geburtstagsfeier.
Und übrigens: Es spielt keine Rolle, welche Musikrichtung dabei gespielt wird. Heavy Metal, Schlager, Charts oder türkische Folklore – alles ist erlaubt, solange die Ruhezeiten eingehalten werden.
Freifahrtschein für Lärm?
Nein! Wenn Regeln gebrochen oder jedes Wochenende durchgefeiert wird, müssen wir einschreiten. Einzelne Feiern und gelegentliche lautere Nachmittage werden wir aber tolerieren – im Sinne eines freundlichen und lebendigen Vereinslebens.
Was kann jeder Einzelne tun?
Tolerieren: Jeder freut sich mal über eine schöne Feier. Lasst uns einander diese Freude lassen – auch das bedeutet für unseren Geschmack schreckliche Musik hören zu müssen.
Vorbeugen: Wer feiert, kann leiser Musik machen, Pausen einlegen und Rücksicht nehmen. Denn eine Feier macht doppelt so viel Spaß, wenn der Nachbar nicht sauer ist.
Gespräche suchen: Wenn etwas wirklich stört, dann freundlich das direkte Gespräch suchen. Dafür sind unsere Hecken ja so niedrig – damit man darüber reden kann!
Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass unser Kleingarten ein Ort bleibt, an dem Gelassenheit, Verständnis und Freude wachsen können – nicht nur Tomaten und Zucchini!
Mittagsschlaf zwecklos? Dann schreib für uns!
Du kannst bei all dem Trubel im Garten sowieso kein Nickerchen machen? Dann nutz die Zeit sinnvoll: Schreib für unser Magazin!
Ob spannende Themenideen, lustige Anekdoten oder fertige Artikel – wir freuen uns auf alles, was ihr zu erzählen habt.
