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Pauschalen für die Zukunft

Posted on 4. April 202616. April 2026 By mhirt Keine Kommentare zu Pauschalen für die Zukunft
Von Investitions- und Instandsetzungspauschalen

Die Einführung der Investitions- und Instandsetzungspauschale sorgte auf der diesjährigen Mitgliederversammlung für teils hitzige Diskussionen. Und auch wenn der Antrag zur Erhebung mit überwiegender Mehrheit beschlossen wurde, möchten wir noch einmal die Hintergründe erklären – und darlegen, warum der Vorstand diese Erhebung für notwendig hält. Um das nachvollziehbar zu machen, greifen wir einige konkrete Beispiele auf – so, wie es vielleicht auch auf der Mitgliederversammlung hilfreicher gewesen wäre.

Ein Blick auf die Finanzlage

Unsere Finanzen schwanken stark übers Jahr hinweg. Die Konten sehen zu Jahresbeginn gut gefüllt aus. Fakt ist aber, dass wir gerade dann in Vorleistung treten müssen, um unsere Rechnungen vom Stadtverband, von Versicherungen sowie Strom- und Wasseranbietern zu begleichen. Der Topf wird durch eure Beiträge wieder aufgefüllt, um im nächsten Jahr erneut genutzt werden zu können.

„Flüssiges Kapital“ auf der hohen Kante, auf das wir ohne Probleme zugreifen können, sind zurzeit rund 20.000 Euro. Diesen Betrag haben wir uns allerdings hart erspart – unter anderem, weil in den vergangenen Jahren kaum große Investitionen getätigt wurden und wir von größeren Reparaturen weitgehend verschont geblieben sind. Woher das Geld kommt? Zum einen von euren Mitgliedsbeiträgen – und zum anderen durch Veranstaltungen, Feste und die Vermietung des Vereinsheims.

Letztes Jahr konnten wir dank gut besuchter Veranstaltungen und der Fußball-Europameisterschaft ein Plus von ca. 5.500 Euro verzeichnen. Das ist aber nicht die Regel und auch nicht planbar. So haben wir beispielsweise im Jahr davor einen Verlust von über 2.000 Euro gemacht.

Was dieses oder die nachfolgenden Jahre bringen? Schwer zu sagen. Ein verregnetes Sommerfest kann eine gute Bilanz im wahrsten Sinne des Wortes wegspülen – und wir alle wissen: Die Besucherzahlen bei Vereinsveranstaltungen sind schwer planbar.

Diese Unsicherheit ist der Grund, warum wir nicht länger auf gut Glück und mit Scheuklappen wirtschaften wollen. Dass wir weiterhin kontinuierlich ansparen, ist durch Feiern und Vereinsheimvermietungen einfach nicht garantiert. Dazu kommt, dass wir in nächster Zeit einige Investitionen tätigen wollen.

Die Instandsetzungspauschale

Unser Kleingartenverein wird dieses Jahr stolze 105 Jahre alt. Das Vereinsheim bringt es auf stattliche 74 Jahre. Damals übrigens gebaut mithilfe einer Sonderumlage von 5 DM pro Pächter, „weil das Dach teurer wurde als gedacht“. Ob das für Diskussionen sorgte, ist nicht überliefert – aber angesichts eines durchschnittlichen Monatslohns eines Arbeiters von 300 bis 400 DM wohl nicht auszuschließen.

In einer so alten Anlage gibt es immer wieder etwas zu reparieren – häufig, ohne dass es den meisten überhaupt auffällt: hier eine Schachtabdeckung, dort eine Stromleitung. Der Spielplatz muss regelmäßig gewartet und repariert werden, weil sonst der TÜV ihn sperrt. Und während der Mitgliederversammlung haben es zumindest die Männer gemerkt: Die Herrentoilette weist inzwischen deutliche Gebrauchsspuren auf – die Tür ist beschädigt und schließt nicht mehr richtig.

Solche Reparaturen mögen im Einzelnen klein sein – sie summieren sich jedoch, auch wenn wir sie bislang gut bewältigen konnten.

Was dem Vorstand jedoch Sorge bereitet, sind die größeren Baustellen, die auf uns zukommen könnten: Ein neuer Stromverteilerkasten kann schnell 7.000 Euro kosten, ein neues Dach über 10.000 Euro. Die Liste lässt sich beliebig erweitern. Es gibt viele große Dinge, die kaputtgehen können – und immense Kosten verursachen. Von diesen Kosten wollen wir nicht überrascht und überrannt werden.

Ein aktuelles Beispiel zeigt, wie schnell das gehen kann: Kurz nach dem Wasseranstellen im Frühjahr gab es ein Leck im Wassersystem. Nur durch Zufall, bzw. einer Funk-Wasseruhr, haben wir das überhaupt bemerkt. Teilweise sind uns über zwei Kubikmeter Wasser – in nur 24 Stunden – verloren gegangen. Ein solcher Schaden, wenn er unentdeckt bleibt, kann immense Folgekosten nach sich ziehen. Und das sind nur die Wasserverluste – die eigentliche Reparatur kommt ja noch obendrauf. Bislang konnten wir alles überirdisch reparieren. Die Frage ist dabei nicht, ob Reparaturen mit größeren Erdarbeiten notwendig werden, sondern wann.

Die Investitionspauschale

Unser Verein soll sich weiterentwickeln. Wir möchten, dass sich alle hier wohlfühlen – und mit der Zeit gehen. Das bedeutet: Wir müssen auch investieren (können).

Auch hier agieren wir bereits im kleinen Maßstab. Letztes Jahr haben wir beispielsweise auf dem Dach des Vereinsheims eine PV-Anlage installiert – für einen niedrigen dreistelligen Betrag. Eine vergleichsweise geringe Investition, mit großer Wirkung. Auch die neue Küche wertet das Vereinsheim deutlich auf und macht die Anmietung attraktiver. Viele Angebote, insbesondere für Kinder, haben wir in den letzten Jahren kostenlos ermöglicht – wie zum Beispiel einen Zoo-Ausflug, Bastelaktionen oder subventionierte Getränke auf den Feiern. Auch das sind Investitionen in die Gemeinschaft.

Andere Dinge sind kostspieliger: Seit Jahren haben wir Schwierigkeiten, einen Bierwagen für das Sommerfest zu bekommen. Manche Vermieter fahren ihre Wagen nicht mehr über den steilen Weg, der Piaggio, den wir zuletzt genutzt haben, ist bereits ausgebucht. Daher haben wir uns einen eigenen Bierpavillion inklusive Waschtisch, Kühlschrank und Zapfanlage gekauft. Auch die alte Ölheizung im Vereinsheim muss perspektivisch ersetzt werden – idealerweise, bevor sie zum Instandsetzungsfall wird. Weitere Ideen betreffen einen neuen Boden im Vereinsheim, neues Mobiliar oder einheitliches Geschirr und Gläser für Veranstaltungen.

Wir gehen dabei sehr bewusst und sparsam vor, suchen gezielt nach gebrauchten Geräten in Kleinanzeigen. Und trotzdem sind dies teilweise nicht unerhebliche Beträge.

Welchen Beitrag muss jeder leisten?

Mit Blick auf die Zukunft können wir sagen, dass unser finanzielles Polster eher sinken als steigen wird – und wir nicht um eine Pauschale für Investitionen und Instandsetzungen herumkommen. Und eins kann man uns glauben: Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Uns ist bewusst, dass ein Kleingarten für alle Menschen gedacht ist – unabhängig von ihrer finanziellen Lage. Eine Beitragserhöhung, so klein sie auch sein mag, tut manchen Familien weh.

Wir glauben aber, dass ein geringer jährlicher Beitrag von 40 Euro (oder 3,33 Euro im Monat) weniger belastet als eine Sonderumlage von auf einmal bis zu 300 Euro.

Hier haben wir sehr bewusst mit einem spitzen Bleistift gerechnet. Das wird klar, wenn man sich die Zahlen vor Augen hält: Mit dem jetzigen Plan legen wir alle zusammen jährlich 1.680 Euro für Reparaturen und 1.680 Euro für Investitionen zurück. Man muss kein Finanzexperte sein, um diese Rücklagen in Relation zu kommenden Ausgaben zu setzen – und festzustellen, dass wir sehr optimistisch gerechnet haben. Alleine unser neuer Bierpavillon hat gebraucht 1.900 Euro gekostet.

Verlieren wir die Gemeinnützigkeit?

Natürlich nicht. Ein Verein kann trotz Rücklagen grundsätzlich gemeinnützig sein – entscheidend ist, dass er ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke verfolgt. Und das tun wir: indem wir allen Menschen, unabhängig von ihrer finanziellen Situation, einen Platz im Grünen ermöglichen.

Außerdem dürfen wir angemessen ansparen. Die Gemeinnützigkeit wird grundsätzlich nicht daran bemessen, wie viel Vermögen ein Verein besitzt.

Was wir gelernt haben

Auch wenn der Anteil derer, die gegen die Pauschalen gestimmt haben, sehr gering war, hoffen wir, dass wir die Beweggründe hier gut erklären konnten. Gleichzeitig hat uns die Diskussion auf der Mitgliederversammlung auch gezeigt, dass wir uns selbst hinterfragen müssen.

Wir müssen besser kommunizieren – und euch dabei aktiv mitnehmen. Unser Anspruch geht dabei über das gesetzlich Geforderte hinaus.

Selbstverständlich werden wir – wie vorgeschrieben – die Summen für Instandhaltung und Investitionen künftig separat im Bericht ausweisen. So schaffen wir Transparenz: Ihr sollt nachvollziehen können, welche Projekte wir angehen wollen und wofür die Instandsetzungspauschale zurückgelegt wird.

Doch dabei bleibt es nicht. Wir wollen mehr tun. Dieses Magazin, das inzwischen in seiner sechsten Ausgabe erscheint, ist ein Teil davon: Wir wollen euch besser informieren. Deshalb denken wir zum Beispiel die Aufgaben des Schriftführers heute deutlich umfassender als in der Vergangenheit.

Was wir uns von euch wünschen

Information ist immer auch eine Holschuld desjenigen, der informiert sein will. Kommt auf uns zu, wenn ihr Fragen habt! Zeigt Interesse! Fordert Informationen ein. Fragt uns am Gartenzaun, was gerade geplant ist. Schreibt uns eine Mail, wenn etwas unklar ist.

Und ganz wichtig: Bringt euch ein. Äußert eure Wünsche und Ideen! Setzt Dinge gemeinsam mit uns um. Denn beides gehört zusammen: Gute Kommunikation und aktives Interesse. Nur so kann ein echter Dialog entstehen.

Und zuletzt eine Bitte zu den Finanzen: Es bedarf keiner Pauschalen oder Sonderumlagen, wenn der Verein sich durch Feiern selbst tragen kann. Nehmt an Veranstaltungen teil! Helft mit und macht die Feste damit attraktiver. Denn nur so kann unser Verein überhaupt Einnahmen erzielen – und auch in Zukunft lebendig, offen und solidarisch bleiben.

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